Das Leben kehrt zurück. Die Straßen füllen sich. Und die Parks leeren sich wieder etwas. Für einige war das ein eher ungewohnt sportlicher Frühling – mangels Alternativen. Ich musste hingegen sehr kreativ werden, um auf mein Sportpensum zu kommen. Ob der Berg mich dieses Jahr sehen wird…?

Ich war in den nun über 64 gezählten „Corona-Tagen“ 26 Mal laufen (und habe insgesamt dabei etwa 210 km Strecke gemacht, Tendenz steigend), jede Woche einmal wandern und habe unzählige Male versucht, mich in verschiedenen Varianten des „HomeGyms“ auf Teppich oder Terrasse zu verausgaben. Das ist gar nicht so einfach. In einer Sportumgebung mit Trainingspartnern fällt es deutlich leichter, richtig Gas zu geben, als in der Enge des Wohnbereiches (wo man auch noch auf Möbel und sonstige Hindernisse Rücksicht nehmen muss). Daher wurde das Gym auch manchmal in den Stadtwald verlegt (und lief dann unter „ParkGym“) samt Medizinball, Matte und Kettlebell. Irritierte Blicke von anderen Parkbesuchern fielen nicht auf. Zeiten im Ausnahmezustand erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Ohne den „Corona“ Mode hätte ich sowas bestimmt nie gemacht…

Ebenso wäre mir wohl nie im Leben aufgefallen, wieviele verschiedene Wege es eigentlich durch den Stadtwald gibt. Und wie schön man das Frühlungserwachen der Bäume beobachten kann.

Bei meinen Trainingsbuddies bin ich auch immer wieder vorbei gekommen. Die meisten sind immer noch da. Die starken Wanja Bäume haben allerdings selbst Beine bekommnen. Oder sind vom Forstamt gekidnappt worden.

Aber auch die nähere Umgebung bietet so viele wunderschöne Ecken – wer weiß, ob ich die ohne „Corona“ jemals entdeckt hätte!

Nachdem ich alle Wege des Stadtwaldes, einschließlich aller Fahrrad- und Pferdewege in allen möglichen Richtungen mehrmals gelaufen bin, wird es nun Zeit für einen Tapetenwechsel.

Wo bin ich hier? (Wer richtig rät, bekommt ein Foto in Hochauflösung! 🙂 )

Sport in Confinement bietet nicht viel Abwechslung – aber doch mehr, als man zuerst vermutet hätte. Es sind andere Dinge die neue Bedeutung erlangen: Entschleunigung, Achtsamkeit. Fokus auf die Dinge aus der unmittelbaren Umgebung.

Der heimische Mikrokosmos wird zum neuen Makrokosmos.

Ein positives Gefühl habe ich in diesen Monaten jedenfalls neu zu schätzen gelernt: Vorfreude!

Bis ganz bald!

Zum vertieften Lesen:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2095254620300624?via%3Dihub

Alle Bilder : Nora Petersen, CC BY SA 4.0